Ergotherapie

Komplexität und Schwere neurologischer Krankheitsbilder bedingen oft die Einschränkung der Handlungsfähigkeit der Patienten. In der Ergotherapie trainieren wir aktives, situationsgemäßes Handeln, um unseren Patienten eine größtmögliche Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit in ihrem alltäglichen Leben und im Beruf zu erhalten oder sie wieder herzustellen.

tl_files/therapieangebote/ergotherapie01.jpg Unsere Ergotherapeuten trainieren mit den Pa­tienten motorische und kognitive Einschrän­kungen. Für mehr Selbständigkeit im Alltag.
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Selbstständigkeit im Alltag

Mit speziellen Behandlungsstrategien verbessern, rekonstruieren oder kompensieren wir beeinträchtigte oder verlorene Kompetenzen in unter­schiedlichsten Bereichen – und wir trainieren unsere Patienten im Umgang mit ihren motorischen und kognitiven Einschränkungen, auch durch den Einsatz von Hilfsmitteln.

Die Therapie beginnt bei elementaren Dingen wie dem selbstständigen Einnehmen der Mahlzeiten, der Körperpflege oder dem Ankleiden. Es geht immer um das Training von Alltagsaktivitäten, die im persönlichen, häus­lichen und beruflichen Umfeld benötigt werden.

Ergotherapeutische Behandlungen führen wir überwiegend als Einzeltherapie durch. Um individuell bereits erreichte Fähigkeiten zu stabilisieren und zu verfeinern, bieten wir weiterführende gruppentherapeutische Maßnahmen an.


Breites Therapiespektrum

Das Spektrum der Behandlung reicht von der Mobilisation über die Schulung der Wahrnehmung, der Bewegungsvorstellung und der kognitiven Fähig­keiten über funktionelle Muskelstimulation bis zu senso- , fein-, und graphomotorischem Trainings. Vom ADL-Training im Patientenzimmer über die Übungsküche und die Frühstücksgruppe bis zu handwerklichen und PC-Trainings. Unsere Therapeuten verfügen über ein breit gefächertes Fachwissen aus den neurophysiologischen Behandlungskonzepten, wie Bobath, Affolter, HoDt, PNF, constraint induced movement therapy oder der Spiegeltherapie.


Erfolge durch Spiegeltherapie

Patienten, die nach einer Verletzung des Gehirns halbseitig gelähmt sind, behandeln wir zusätzlich unter anderem auch nach einem relativ jungen Therapieansatz, der Spiegeltherapie, der bei uns im Hause wissenschaftlich mit entwickelt wurde.

Hierbei wird in der Körpermitte der Patienten ein Spiegel platziert, so dass die Patienten ihre intakten Gliedmaßen als Spiegelbild sehen und deren Bewegung wahrnehmen. Dadurch erzeugen wir eine optische Illusion: Das Gehirn lässt sich täuschen und nimmt die beeinträchtigte Seite als die Seite wahr, die bewegt. Die Illusion im Spiegel scheint dem Gehirn zu helfen, wieder eine Beziehung zum gelähmten Körperteil zu bekommen. Es lernt, wo sich Bein oder Arm im Raum befinden, und kann ihnen dann wieder den Bewegungsimpuls schicken.

Eine Therapieeffizienzstudie, die an unserer Klinik in Zusammenarbeit mit refonet (das Rehabilitations-Forschungsnetzwerk der Deutschen Renten­versicherung Rheinland) durchgeführt wurde, zeigte deutliche Ergebnisse zur Wirksamkeit dieses Therapieansatzes.


Erprobung und Anpassung von Hilfsmitteln

Damit unsere Patienten ihre individuell optimale Selbstständigkeit erreichen, setzen wir die passenden Hilfsmittel ein. Wir erproben Sie gemeinsam mit den Patienten, passen sie an und beraten zu einer entsprechenden Versorgung mit Hilfsmitteln für den häuslichen Bereich: Von speziellen Frühstücksbrettchen oder adaptiertem Besteck über elektrisch höhenverstellbare Betteinlegerahmen oder Haltegriffe bis zu Liftern oder Rampen verfügen wir über die gesamte Bandbreite an Hilfen.


Computergestützte Hilfsmittel zur Kommunikation und Umfeldsteuerung

Patienten, die zum Beispiel unter einem Locked-In-Syndrom leiden, benötigen vor allem Hilfsmittel zur Kommunikation – Querschnittgelähmte eher eine Adaption für die Steuerung ihres Umfelds. Gemeinsam mit den Patienten testen und trainieren wir die Kopfsteuerung für den Computer und stellen Methoden vor, elektrische Geräte im häuslichen Umfeld über Sprache zu steuern.

Zusätzlich bieten wir Fahrerprobungen mit einem behindertengerecht umgebauten Fahrzeug an und begleiten die Patienten zu Stadttrainings, um Rollstühle unter alltäglichen Bedingungen zu testen.