Leistungsumfang

Indikationen

Im Bereich der Neurologie erfolgt die Versorgung der Patienten der Phasen B bis D (gem. Empfehlung der BAR) nach Schlaganfall, entzündlichen Erkrankungen, degenerativen Erkrankungen, Tumorerkrankungen oder unfallbedingten Schädigungen. Die Patientenklientel weist schwere und schwerste Schäden des zentralen und peripheren Nervensystems auf, die ggf. überwachungspflichtig sind.

Die Versorgung neurologischer Patienten der Phase B (Früh-Rehabilitation) und C bedeutet:

  • In der Phase B: aufgrund einer gering ausgeprägten bzw. nicht vorhandenen Fähigkeit zur Selbstversorgung (geringer Barthel-Index) müssen noch intensive medizinische Überwachungs- und Pflegemöglichkeiten vorgehalten werden, die einem intensivmedizinischen Status entsprechen
  • In der Phase C: aufgrund einer mittelgradig ausgeprägten Selbstversorgungsfähigkeit (mittlere Werte im Barthel-Index) werden die Patienten bereits aktiv in der Therapie beteiligt. Sie müssen aber noch kurativmedizinisch oder mit hohem pflegerischem Aufwand betreut werden.

Die Rehabilitation in der Phase D erfolgt nach Abschluss der Frühmobilisation, wenn die Patienten sich weitestgehend selbst versorgen können und soweit in Kostenträgerschaft der gesetzlichen Rentenversicherung eine positive Erwerbsprognose haben.


Spezifische Versorgungsschwerpunkte

Zustand nach:

  • Schlaganfall (Hirninfarkt und Hirnblutung)
  • Operationen an den extra- und intrakarniellen hirnversorgenden Gefäßen
  • Operationen von raumfordernden Prozessen des Gehirns (Hirntumor)
  • Schädel-/Hirn-Verletzungen
  • Meningitis
  • Enzephalitis
  • Encephalomyelitis
  • Bewegungsstörungen
  • Polyneuropathien
  • Querschnittssyndrome
  • Sprach- (Sprech- und Schluck-)störungen

Bei allen Indikationen können Patienten der Phasen B (Frührehabilitation) und C aufgenommen werden.


Schwerpunkte in der Frührehabilitation

  • Schlaganfall mit gut 60% Hauptdiagnose, oft verbunden mit kardiovaskulären Erkrankungen
  • Schädel-/Hirn-Verletzungen
  • Entzündliche Erkrankungen
  • Polyneuropathien mit multipler Komorbidität
  • Beatmungspflichtige Patienten mit Entwöhnung vom Respirator (Weaning)
  • Querschnittssyndrome
  • Bewegungsstörungen
  • Diagnostische Techniken und Therapien: fiberendoskopische Schluckdiagnostik, fazio-orale Trakt-Therapie, EMG-gesteuerte Botulinum-Injektionen bei Spastik

Schwerpunkte der Phase C

  • Zustand nach Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma
  • Entzündliche Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems wie Guillian-Barré-Syndrom, Polyneuropathien, Zustände nach Enzephalitis/Meningitis
  • Querschnittssyndrome
  • Bewegungsstörungen

Eher seltene neurologische Erkrankungen: Therapie von spinozerebellärer Ataxie, spinaler Muskelatrophie, Myopathien/Myositis


Internistische Versorgungsschwerpunkte

Zusätzlich zum neurologischen Behandlungsspektrum erfolgt die Mitbehandlung folgender internistischer Begleiterkrankungen:

  • Arterielle Hypertonie
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Adipositas
  • Endoskopische Abklärung und Behandlung von Schluckstörungen
  • Neuanlage, Wechsel und Betreuung suprapubischer Harnableitungen
  • Urologische Diagnostik und Therapie

Leistungsspektrum

Das neurologische Leistungsspektrum erfolgt in den Schwerpunktbereichen:

  • Frührehabilitation Phase B
  • Cerebro-vaskuläre Erkrankungen
  • Bewegungsstörungen
  • Querschnittssyndrome
  • Neuropsychologischen Frührehabilitation für Patienten mit schweren organischen Psychosyndromen

Rehabilitationsverfahren in der Neurologie

  • Früh-Reha Phase B, C
  • Anschlussheilbehandlung (AHB) und Anschlussrehabilitation (AR)
  • Medizinisch-berufliche Rehabilitation (Phase II)
  • Stationäre und/oder ambulante teilstationäre Heilverfahren (HV)
  • Intensivierte Reha-Nachsorge (IRENA)