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Ein Schwerpunkt unserer Klinik ist die Neurourologie. Dieses Fachgebiet liegt auf der Schnittstelle von Urologie und Neurologie und beschäftigt sich mit der Diagnostik und Therapie von Funktionsstörungen der urologischen Organe nach einer Schädigung der sie steuernden Nerven.

Aus der urologischen Rehabilitation querschnittgelähmter Patienten in den letzten Jahrzehnten entstanden, ist die Neurourologie ein relativ junges Fachgebiet der Medizin. Trotzdem kann sie einen enormen Wissenszuwachs und beachtliche Behandlungserfolge vorweisen. Heute können neun von zehn Patienten mit Blasenfunktionsstörung erfolgreich behandelt werden.
Unsere Abteilung verfügt über eine sehr moderne Infrastruktur für Diagnostik und Therapie. Das multidisziplinäre Team unter Leitung der Stiftungsprofessur für Neurourologie beim Universitätsklinikum Bonn arbeitet eng mit den anderen Abteilungen unseres Hauses zusammen. Wir leisten die Therapie von Inkontinenz und die Rehabilitation von Blasenfunktionsstörungen bei Patienten mit Querschnittlähmung, Multipler Sklerose, Morbus Parkinson, Schädelhirntrauma, Schlaganfallerkrankungen, Demenzerkrankungen, Interstitieller Zystitis/Syndrom der schmerzhaften Blase, Inkontinenz nach Operationen der Wirbelsäule und Bandscheiben, Inkontinenz nach Prostataoperationen oder Harninkontinenz im Alter. Wir kennen die komplexen Risiken urologischer Erkrankungen aufgrund neurologischer Störungen und behandeln sie interdisziplinär und ganzheitlich.
Besonders eng ist unsere Kooperation mit dem Querschnittzentrum, das sich auch räumlich an unsere Abteilung anschließt. Unsere fachkundige Rehabilitation der neurogenen Blasenstörung ist im Hinblick auf die Lebensqualität, die Vermeidung von Komplikationen und die Lebenserwartung unserer querschnittgelähmten Patienten ein zentraler Bestandteil ihrer Behandlung.
Basis unserer Diagnostik sind verschiedene urodynamische Verfahren, durch die Funktionsabläufe synchron messbar und sichtbar gemacht werden können. Neben videourodynamische Untersuchungen leisten wir komplexe Inkontinenzabklärungen, Urinuntersuchungen, urologische Röntgendiagnostik, Endoskopie/Endourologie, Sonographie des Harntraktes und der Geschlechtsorgane und neurourologisch-neurophysiologische Untersuchungen.
Wir behandeln mit modernsten konservativen und operativen Verfahren. Von der medikamentösen Behandlung bis zum Beckenbodentraining mit Biofeedback realisieren wir Instillationsbehandlungen der Harnblase, Harnröhrenunterspritzung, Injektionsbehandlungen der Harnblase mit Botulinumtoxin bei Inkontinenz, Injektionsbehandlungen des Schliessmuskels mit Botulinumtoxin bei Harnretention/Prostatitis, Injektionsbehandlungen der Prostata mit Botulinumtoxin bei gutartiger Prostatavergrösserung und die Therapie von Sexual- und Fertilitätsstörungen. Zusätzlich bieten wir Inkontinenzberatung auch bei Stuhlinkontinenz und Hilfsmittelversorgung an. Durch die Stiftungsprofessur stellen wir sicher, dass große neurourologische Eingriffe unter Nutzung der Einrichtung der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Bonn erfolgen können.
Mit unserer differenzierten Diagnostik und individuellen Behandlung neurogener und komplizierter Harnblasenfunktionsstörungen möchten wir für unsere Patienten die größtmögliche Selbstständigkeit und willentliche Beherrschung ihrer vegetativen Funktionsausfälle erreichen.
Die Mitarbeiter der Therapeutischen Pflege informieren, leiten an und beraten: Unsere Patienten finden hier jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner.
Inhaber der Stiftungsprofessur Neurourologie am Universitätsklinikum Bonn